Ich
habe die sechs Monate hier in Kapstadt, Süd Afrika sehr genossen. Es
war eine sehr tolle, einmalige und lehrreiche Zeit im Kreise meiner
südafrikanischen Familie. Es war total schön, den Alltag mit ihnen
zu verbringen. Ich werde sie sehr vermissen. Ich bin total dankbar,
dass ich diese Zeit erleben durfte und zwischendurch zu Omas
Beerdigung fliegen konnte.
Ich
habe viel unternommen (z.B. Robben Island, Wine Tour, eine Kanou
Fahrt auf dem Orange River usw.), neue Freunde kennen gelernt, viel
gelernt und gearbeitet.
Beim
Hauskreis, der ein Mal die Woche statt fand, habe ich Henrike, Marc
und noch viele andere Leute kennen gelernt. In Marc habe ich einen
Freund für das Leben gefunden. Wir haben viel Zeit miteinander
verbracht, das Land erkundet und spaß gehabt. Durch die
Gastfreundschaft der Menschen hier und vor allem durch Johannes habe
ich viele Leute kennen gelernt. Es war so toll, das mich die Kirche
und andere Leute für nur ein halbes Jahr “angenommen haben“. Sie
haben mich aber für ihr ganzes Leben gewonnen.
Dadurch
habe ich alle meine hiesigen Freunde kennen gelernt.
Am
lehrreichsten war die Zeit bei Sisanda für mich. Ich habe gelernt,
das die armen Menschen, trotz der Lebensumstände eine positive
Lebenseinstellung haben, was ich sehr bewundernswert finde. In den
zahlreichen Township Besuchen, die ich mit Sisanda machen durfte,
habe ich gelernt, dass eine Toilette geschweige denn eine Dusche
nicht selbstverständlich sind. Teilweise riecht es einfach
unerträglich. Die Hütten werden mit Absicht nicht dicht
gebaut,damit der Wind die Bakterien und Keime herausträgt. Deshalb
werden starke Winde auch „Doctorwind´s“ genannt.
Die
meisten Menschen lassen ihren Müll einfach fallen, egal, wo sie sich
gerade befinden. Deshalb sieht es in den Townships und in der Stadt
auch immer so dreckig aus.
Arme
Menschen, die in Townships bzw. in einem „Shak“ wohnen sind nicht
traurig das sie so leben müssen, sie sind froh ein Dach über dem
Kopf zu haben und sich Lebensmittel leisen zu können. Ich finde, da
können sich die meisten Menschen eine Scheibe von abschneiden.
Die
Kriminalitätsrate ist hoch es gibt viele Überfälle. Ich bin einmal
noch davon gekommen, durch die Warnung einer Frau. Ab dem dritten
Monat, hatte ich mein Pfefferspray bei mir.
Kinder,
die im Alltag oft nicht viel zu Essen bekommen, die wir an unseren
Fun Day´s mitgenommen haben, können Essen als gäbe es kein Morgen
mehr. Das beeindruckendste Beispiel war ein kleines, vier- jähriges
Mädchen, das drei Äpfel und zwei Muffins innerhalb von 20 Minuten
gegessen hat.
Die
Kinder sind so dankbar an einem solchen Tag teilnehmen zu dürfen. Es
ist einfach nur wunderbar, die leuchtenden Augen zu sehen.
Im
Nazareth Haus bei meinem Projekt mit den behinderten Kindern habe ich
gelernt, wie ich mit Diesen umzugehen habe, was sie können oder auch
nicht können, das ein Lächeln ein großes Dankeschön bedeutet und
das man seinen Mitmenschen im Alltag ein bisschen mehr Liebe schenken
muss. Viele der Kinder, die dort leben, wurden einfach ausgesetzt...
Ich habe die Arbeit sehr genossen und wir haben alle voneinander
gelernt. Ich musste mich in Geduld proben und feststellen das die
Zusammenarbeit auch mit Erwachsenen Menschen nicht immer einfach ist.
Durch
das Projekt wurden mir ebenso manche „Nachteile“ der
afrikanischen Kultur deutlich gemacht... Unpünktlichkeit (es wird
erst nach einer halben Stunde Verspätung unfreundlich), die
Gelassenheit und Ruhe in allen Situationen. Es wird einfach immer
„gechillt“ und nie schnell gegangen... jaja mit solchen
Eigenschaften hatte ich so manches Mal meine "Probleme".
Ich
liebe es, dass die Menschen sich hier untereinander duzen, egal ob
man sich kennt oder nicht. Am Anfang eines jeden Gesprächs wird erst
einmal gefragt: How are you? Selbst auf der Straße. Die Menschen
sind im Allgemeinen sehr offen und freundlich. Ich habe des Öfteren
mal ein Kompliment von wildfremden Menschen bekommen, was die Laune
unglaublich hebt.
Des
Weiteren habe ich gelernt, das man schnell "einsam" ist, wenn man keine
Freunde vor Ort hat. Also: Bei meinem nächsten Auslandsaufenthalt
sofort Leute ansprechen und beim Aufwachen denken: Wen lerne ich
heute kennen? Es ist ein tolles Gefühl, auf der Straße Menschen zu
grüßen, die man von sonst woher kennt und sich in einem Land zu
recht zu finden, was einem nur aus Urlauben bekannt ist. Ich bin
stolz zwei Monate allein gelebt zu haben und den Alltag ohne Gefährt
gemeistert zu haben. Obwohl es mir manchmal schon auf die Nerven
gegangen ist, bei 34ºC zu laufen und dann auch noch den Berg hoch,
aber es hat meiner Kondition und Figur gut getan.
Ich
werde es nicht vermissen, alle zehn Meter angesprochen und nach Geld
gefragt zu werden. Manchmal habe ich einen Apfel mit genommen und den
dann verschenkt. Am Anfang ist mir das ganz schön auf die Nieren
geschlagen, aber ich habe mich daran gewöhnt. Genauso wie an das
ständige angeflirte von Männern. Ebenfalls diesen unglaublich
starken Wind werde ich nicht missen!
Während
der Saison ist es mir ein bisschen zu Heiß. Es ist total
unangenehm ständig zu schwitzen. Sogar während des Schlafens. Am
heißesten war es aber in Namibia, 40ºC. Meine Güte, da wirst du
verrückt!
Im
SA Childrenshome habe ich gelernt auf Englisch zu telefonieren und
das Kinder, eine mindestens zehn Jahre ältere Frau „Tannie“,
sprich Tante nennen.
Ein
Taxi kostet pro Kilometer höchstens zehn Rand sprich etwas weniger
als einen Euro. Die Anfahrt kostet 20 cent. Lebensmittel sind etwas
teurer als in Deutschland und Kleidung kostet genau so viel. Benzin
ist hier um ca 40 cent günstiger pro Liter...
Mein
Lieblichsgetränk ist Appletiser und für den Abend Smirnov Spin.
Meine Lieblingschips sind Nik Naks und meine Lieblingssüßigkeit
sind Fruitrolls. Es gibt das beste Obst!!
Tja
insgesamt schaue ich auf eine richtig tolle und unvergessliche Zeit
zurück. Mein Englisch ist besser geworden und Süd Afrika eine
zweite Heimat.
Ich
bin Tante Rona und Onkel Dietmar sehr dankbar, dass ich bei ihnen
leben durfte.
Ich
hoffe, das ich bald wieder kommen kann!